Eine Pflegekraft hält die Hand einer Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung.

"Die Pflege" ist ein häufig verwendetes Schlagwort. Zum Beispiel dann, wenn es heißt, die Arbeitsbedingungen "in der Pflege" müssten sich verbessern oder "die Pflege" fordere angesichts der zusätzlichen Belastungen in der Corona-Pandemie eine bessere Bezahlung.

Doch wer und was ist eigentlich konkret mit "die Pflege" gemeint? Denn tatsächlich handelt es sich dabei um ein sehr breites Feld. Der Begriff deckt die hochspezialisierte Intensivpflege in einer großen Klinik genauso ab wie die häusliche Pflege durch Angehörige oder die kümmernde Pflege alter Menschen an ihrem Lebensende in einem Heim.

Die Deutschen sind sehr alt, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt

Das Spektrum "der Pflege" ist also breit und entsprechend unterschiedlich sind die Probleme und Aufgabenstellungen. Ein Thema ist jedoch überall dominant: der sich verschärfende Personalmangel.

Die deutsche Bevölkerung ist im internationalen Vergleich sehr alt. Entsprechend nimmt auch die Zahl der Pflegebedürftigen seit Jahren zu. Waren es 1999 noch 2 Millionen, lag die Zahl 2019 bereits bei 4,1 Millionen, bis 2030 werden 5 Millionen Pflegebedürftige erwartet.

Überall fehlen qualifizierte Pflegekräfte

Dem gegenüber stehen immer weniger junge Menschen, die im Pflegeberuf arbeiten. Auch in der Region stellt die Besetzung von Stellen mit geeigneten Bewerbern Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste vor große Schwierigkeiten. 

Wie sehen mögliche Lösungen aus? Kann die Digitalisierung eine Entlastung bringen? Wie steht es um technische Hilfsmittel zur Pflegeunterstützung? Und was tun Heime und Krankenhäuser, um Nachwuchs zu rekrutieren und die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Mitarbeiter gern dauerhaft im Beruf bleiben?

 

Einblick in zwei Stationen der SLK-Kliniken

Diesen und weiteren Fragen geht die Redaktion mit ihrem Wochenthema nach. Auch pflegende Angehörige kommen zu Wort - sie schildern, wie isoliert und allein mit ihren Problemen sie vor allem während den Phasen des Lockdowns waren.

Die SLK-Klinken haben uns zudem einen Einblick in die Arbeit auf zwei ihrer Stationen - Onkologie und Orthopädie/Unfallchirurgie - gewährt. Dabei wurde vor allem sichtbar, wie hoch der Dokumentationsaufwand ist  und wie sehr das zu Lasten der direkten Pflege am Patienten geht.