CDU-Landeschef und Innenminister Thomas Strobl. Foto: dpa

Drei Wochen vor dem CDU-Landesparteitag muss der Vorsitzende Thomas Strobl um seine Wiederwahl bangen. Bei zwei Bezirksparteitagen am Wochenende hagelte es angesichts der Abwahl im Bund und der Pleite bei der Landtagswahl heftige Kritik an der Führung der Partei. In Südbaden forderte eine Gruppe von Delegierten per Antrag den Rückzug Strobls, der auch Vize-Chef der Bundes-CDU ist.

Es kam jedoch bei dem Treffen in Donaueschingen nicht zum Showdown, weil der Antrag an den Bezirksvorstand verwiesen wurde. Bei der CDU Württemberg-Hohenzollern in Lichtenstein forderten einzelne Mitglieder den Landeschef auf, seine Verantwortung für den Niedergang der Partei zu prüfen.

Zuletzt hatte Strobl Unterstützung aus dem Landeskabinett für eine erneute Bewerbung als Vorsitzender beim Parteitag am 13. November bekommen. Nach Peter Hauk (Agrar) und Nicole Hoffmeister-Kraut (Wirtschaft) warben nun auch Nicole Razavi (Bau) und Marion Gentges (Justiz) für Strobls Wiederwahl. Sie alle argumentierten, es brauche Stabilität in der Landes-CDU, damit die grün-schwarze Landesregierung ihre Arbeit in Ruhe weiterführen könne.

Eine Sprecherin der Landes-CDU teilte am Abend auf Anfrage unserer Redaktion mit, die Partei sei "in Baden-Württemberg in einer kontinuierlichen Erneuerung auf allen Ebenen". Es gelte: Erst das Land, dann die Partei, dann die Person. Personalfragen, wie die nach der Zukunft von Landeschef Thomas Strobl, "beantworten wir zu gegebener Zeit und zwar zuerst parteiintern".