Wer Spiele der Heilbronner Falken live verfolgen oder andere Sportveranstaltungen besuchen will, kann dies nur nach den 2G-plus-Regeln tun.

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Die seit Mittwoch gültige neue Corona-Verordnung mit der zusätzlichen Alarmstufe II beschert Vereinen wie Fans weitere Einschränkungen. Zutritt wird nur noch geimpften und genesenen Zuschauern gewährt, die einen aktuell gültigen Schnell- oder PCR-Test vorweisen (die sogenannte 2G-plus-Regel).

Zu beachten ist, dass Genesenen- und Impfnachweise ab sofort elektronisch geprüft werden. Daher sind alle Besucher verpflichtet, den entsprechenden Nachweis in der CoVPass-App oder der Corona-Warn-App vorzuzeigen. Die zulässige Besucher-Kapazität von Sportanlagen und Sporthallen wird auf 50 Prozent herabgesetzt. In den Stadien der Fußball-Bundesliga sind nicht mehr als 25 000 Besucher zulässig.

Heilbronner Falken: Das DEL2-Team wird am Sonntag (18.30 Uhr) gegen Bad Nauheim vor Zuschauern spielen. 2064 Fans dürfen maximal ins Eisstadion am Europaplatz. Wie überall erfolgt der Einlass nach der 2G-plus-Regel und ist zudem auf den Haupteingang beschränkt. Der Zugang hinter dem Stehplatzbereich bleibt vorerst geschlossen. Zudem gilt weiterhin die Maskenpflicht. "Unabhängig von diesen neuen Vorgaben, an welchen wir uns zu 100 Prozent orientieren müssen, sollten wir gemeinsam die Möglichkeit nutzen, um unsere Mannschaft weiterhin mit Zuschauern in der Arena zu unterstützen. Wir werden alles daran setzen, um unseren Fans den Stadionbesuch zu ermöglichen und die Aufrechterhaltung unseres geliebten Sports sicherzustellen", sagte Geschäftsführer Stefan Rapp. An der Einrichtung einer Teststation vor der Halle wird gearbeitet, der zunächst gestoppte Ticket-Vorverkauf ist am Mittwochabend wieder angelaufen.

Red Devils Heilbronn: In der Ringer-Bundesliga empfangen die Red Devils Heilbronn am Samstag (19.30 Uhr) den Tabellenzweiten Alemannia Nackenheim. "Wir werden unseren Fans vor der Römerhalle die Möglichkeit bieten, sich testen zu lassen", kündigt Andreas Sadri an, Geschäftsstellenleiter und Abteilungsleiter der Red Devils. Die auch wegen Corona gesunkenen Zuschauerzahlen bereiten Sadri Sorgenfalten. In den bisherigen vier Auftritten in der Römerhalle wurden zusammen rund 1250 Fans gezählt. Zu wenig, um dem Etat von knapp 330 000 Euro, in den die Einnahmen aus Eintritt, Getränke- und Essensverkauf mit einkalkuliert sind, gerecht zu werden. Bis zum Ende der Hauptrunde rechnet Sadri mit geminderten Einnahmen von rund 50 000 Euro.

Für das Minus in der Kasse ist auch der erhöhte Bedarf an zusätzlichen Security-Angestellten bei der Einlasskontrolle mitverantwortlich. Zudem sind die Preise der Flüge für die ausländischen Ringer deutlich gestiegen. "Unsere Kosten in diesen Bereichen haben sich verdoppelt, während sich die Einnahmen nahezu halbierten", sagt Sadri. "Wir sind zum Glück ein gut funktionierender Verein, aber es gibt andere, die das vielleicht nicht überleben." Von Stolpersteinen spricht Sadri beim Blick auf die neuen Bestimmungen. "Man darf als Geimpfter nicht mal ohne Maske rein und muss sich jetzt auch noch testen lassen, das ist der Super-GAU. Wie will man da den Spaß am Sport erhalten?" Die Halbierung der zulässigen Zuschauerzahl sorgt nicht für Panik. "Diese Problematik gibt es bei uns derzeit nicht. Die Römerhalle ist für 1500 Besucher ausgelegt, wir dürften also 750 Zuschauer reinlassen. Von so einer Zahl träumen wir gerade."

TSB Horkheim: Der Handball-Drittligist empfängt am Samstag (20 Uhr) in der Stauwehrhalle den SV Zweibrücken. "Dabei ist jeder einzelne Zuschauer extrem wichtig für uns", betont der Vorsitzende Michael Roll. Mit der Bekanntgabe der Alarmstufe II hat sich der Verein darum bemüht, am Samstag vor Ort eine Teststation für die Zuschauer zu schaffen. Das ist in Kooperation mit der Charlotten Apotheke gelungen. "Wir sind schon froh, dass die Beschlüsse nicht wieder donnerstags getroffen wurden und dann schon ab dem Wochenende gelten. So hatten wir wenigstens ein bisschen Vorlaufzeit", sagt Roll. "Das Rumgeeiere und die kurzfristigen Entscheidungen der Politik sind das größte Problem."

VfB Stuttgart: Der im Abstiegskampf steckende Fußball-Bundesligist sitzt zwischen den Stühlen - buchstäblich. Ein volles Haus im Heimspiel am Freitagabend wäre wichtig gewesen, der Vorverkauf lief schon lange vor der nun geltenden Begrenzung auf 25 000 Fans. Am Donnerstag teilte der Verein auf seiner Homepage mit, den Tageskartenverkauf gestoppt zu haben: "Bis zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 25 000 Tickets verkauft, es können jedoch alle Ticketkäufer ins Stadion kommen." Wer ein Ticket und einen negativen Test hat, kommt also rein. Der VfB weist darauf hin, dass er rund um die Arena keine ausreichenden Testkapazitäten garantieren kann. "Für volljährige Schülerinnen und Schüler gelten ab sofort auch die 2G-plus-Regeln. Für den Eintritt zu stark ausgelasteten Blöcken werden Zeitslots zugewiesen." Im Stadion gelte durchgängig Maskenpflicht, auch am Platz.

Sport-Union Neckarsulm: Witterungsbedingt wird das Spiel des Fußball-Oberligisten am Samstag (14 Uhr) gegen Pforzheim auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen. "Es sind nicht mehr als 200 Besucher zugelassen", erklärt SUN-Geschäftsstellenleiter Kai Stettner und empfiehlt die Eintrittskarten im Vorverkauf zu erstehen. Mögliche Restkarten werden an einer Tageskasse angeboten. Der 2G-plus-Nachweis ist auch auch für alle Funktionäre, Mitarbeiter und Ordner erforderlich. Ob vor dem Eingangsbereich eine Teststation eingerichtet wird, ist in Klärung.