Heilbronns Goldhelm trifft und trifft. Auch gegen Kaufbeuren war Jeremy Williams wieder erfolgreich, doch selbst sein verwandelter Penalty im Shootout verhalf den Falken nicht zum Sieg.

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Die Heilbronner Falken haben ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende in der DEL 2 knapp verpasst. In Kaufbeuren verlor das Team von Trainer Jason Morgan am Sonntag ein wildes Spiel trotz dreimaliger Führung noch mit 3:4 (2:1, 1:2, 0:0) im Penaltyschießen. "Wir hatten zu viele Strafen. Irgendwann rächt sich das", sagte Morgan.

Am Freitagabend nach dem 3:2-Erfolg gegen Landshut hatte Morgan noch vorgeschlagen, die Uhr im ersten Drittel erst ab 15 Minuten runterlaufen zu lassen, da sein Team zum vierten Mal in der noch jungen Saison ein frühes Gegentor kassiert hatte. Prompt passierte das auch in Kaufbeuren. In der dritten Spielminute erzielte Youngster Yannik Burghart per Tip-in sein erstes Profitor. Es war aber nicht die 1:0-Führung für die Gastgeber, sondern der 1:1-Ausgleich.

Die Falken nutzen einen Fehler von Koziol zur frühen Führung

Die Falken hatten nämlich ihrerseits einen Frühstart hingelegt. Einen Fehler von Kaufbeurens Fabian Koziol vor dem eigenen Tor spielten Stefan Della Rovere, Jeremy Williams und Torschütze Judd Blackwater perfekt zu Ende.

"Wir sind heute mal gut gestartet und mussten nicht wie in 90 Prozent der bisherigen Spiele einem Rückstand hinterher laufen", sagte Morgan. Die 1:0-Führung hatte jedoch nur 43 Sekunden Bestand.

Trotz des schnellen Ausgleichs blieben die Gäste das bessere Team. In einer flotten Partie unterbanden die Falken das Spiel der Gastgeber meist schon in der Aufbauphase und schalteten nach Scheibengewinn schnell um. Eine rätselhafte Strafe gegen Max Oswald verhalf den Heilbronnern schließlich zur verdienten Führung. Nach starker Vorarbeit von Justin Kirsch - zweifacher Torschütze am Freitag - vollendete Alex Lambacher zum 2:1 (18.). Sekunden später hätte Luca Tosto den dritten Treffer nachlegen können, doch Routinier Stefan Vajs parierte.

Heilbronner Angriffswirbel wird von seiner Strafe abrupt gestoppt

Glück hatte Stefan Della Rovere kurz vor Drittelende nach einem Check gegen den Kopf von Ex-Falke Jan Pavlu. Der Heilbronner Stürmer kam ohne Strafe davon. Eine ähnliche Szene hatte am Freitag noch zum Ausschluss von Landshuts Brandon Alderson geführt. Die Referees bemühten jedoch gar nicht erst den Videobeweis.

Ins Mitteldrittel starteten die Falken mit einer Druckphase. Die beste Chance vergab Simon Thiel - wie Kollege Tosto - allein vor Vajs. Der Heilbronner Angriffswirbel wurde durch eine Strafe gegen Valentino Klos abrupt gestoppt. Brock Maschmeyer verlor nach dem Bully Tyler Spurgeon aus dem Blick, der dadurch unbedrängt nach einem Schuss von Sören Sturm zum 2:2 (25.) abstaubte.

Auch die 3:2-Führung der Heilbronner hat nur eine kurze Halbwertszeit

Zwei weitere Unterzahlsituationen überstanden die Falken anschließend schadlos. Mal wieder in Gleichzahl auf dem Eis, übernahmen die Gäste erneut das Kommando. Nach klugem Pass von Blackwater traf Goldhelm Jeremy Williams aus spitzem Winkel zur 3:2-Führung (37.). Die hatte allerdings wie schon das 1:0 eine sehr kurze Halbwertszeit. 50 Sekunden später hieß es 3:3 - Spurgeon hatte eine unfreiwillige Vorlage von Teamkollege John Lammers unhaltbar verwandelt.

Im Schlussdrittel drückten beide Teams noch mehr aufs Tempo. Zehn Minuten ging es fast ohne Unterbrechung hin und her. Dann bekamen die Special Teams beider Seiten neuerliche Gelegenheiten, um für eine Entscheidung zu sorgen. Doch die ließ maximal lange auf sich warten. In der Schlussphase des letzten Drittels war Kaufbeuren in Überzahl dichter dran, in der Overtime die Falken mit einem Mann mehr. Das Penaltyschießen musste schließlich den Sieger hervorbringen. Hier traf Williams für die Falken, auf Kaufbeurer Seite waren jedoch Spurgeon und Lammers erfolgreich.

Tor: Mnich, Ganz. Abwehr: Mapes - Maschmeyer, Morrison - Preto, Obu - Krenzlin. Angriff: Fabricius - Lambacher - Kirsch, Williams - Blackwater - Della Rovere, Tosto - Lautenschlager - Thiel, Dunham - Klos - Volkmann.

Tore: 0:1 (2.) Blackwater, 1:1 (2.) Burghart, 1:2 (18.) Lambacher, 2:2 (25.) Spurgeon, 2:3 (37.) Williams, 3:3 (37.) Spurgeon.

Strafminuten: 10/14.

Schiedsrichter: Alexander Singer, Sascha Westrich. Zuschauer: 1718.

Erste Niederlage

Liga-Primus Löwen Frankfurt hat im achten Saisonspiel die erste Niederlage hinnehmen müssen. Völlig überraschend verlor der perfekt in die Saison gestartete Aufstiegskandidat am Sonntag deutlich mit 1:5 beim Kellerkind Bayreuth Tigers. Bis dahin hatte das Team von Trainer Bohuslav Subr mit dem ehemaligen Falken-Topscorer Dylan Wruck in den Reihen in sieben DEL2-Spielen jeweils die Maximalpunktzahl eingefahren. Für Bayreuth war es nach dem 3:0 in Kassel am Freitag der zweite Sieg hintereinander.