Judd Blackwater (re.) schiebt die Scheibe zum 2:0 ins Tor. Goalie Jimmy Hertel konnte den ersten Abschluss noch parieren, war beim Nachschuss aber ebenso machtlos wie Ex-Falke Ian Brady (li.).

Foto: Mario Berger

Warum einfach, wenn es auch nervenaufreibend geht. Nach diesem Motto verfuhren die Heilbronner Falken beim 6:5- (3:1, 1:0, 2:4)-Heimerfolg am Sonntag gegen die Tölzer Löwen, dem ersten Sieg nach zuvor fünf Niederlagen in Serie. Sowohl die 4:1-Führung nach dem zweiten Drittel als auch die 6:3-Führung kurz vor Schluss gerieten durch Unachtsamkeiten noch in Gefahr. Held des Abends war Noah Dunham, der einen Hattrick erzielte. "Das waren drei wichtige Punkte für unser Selbstbewusstsein. Noah hat ein super Spiel gemacht", sagte Coach Jason Morgan.

Das Spiel begann mit zwei Sensationen: Die Falken erzielten die frühe Führung in der fünften Minute. Und der Treffer von Justin Kirsch fiel in Überzahl. Zuvor hatten die Heilbronner 23 Überzahlgelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen. Klar, dass durch diese Doppel-Sensation die Falken euphorisiert weiterspielten. Und weiter trafen: Judd Blackwater legte zwei Minuten später das 2:0 nach. Den ersten Abschluss hatte der neue Löwen-Goalie Jimmy Hertel noch parieren können, doch im Nachschuss war der Ex-Bietigheimer machtlos. Hertel war vergangene Woche für den verletzten Marco Wölfel verpflichtet worden und absolvierte gegen die Falken sein zweites Spiel.

Mit einer herausragenden Parade ebnet Arno Tiefensee den Weg zum 3:1

Nicht sensationell, sondern erwartbar kassierten die Falken nur 22 Sekunden nach dem 2:0 den Anschlusstreffer. Beim Tor von Philipp Schlager sah Goalie Arno Tiefensee unglücklich aus. Danach ebbte die Euphoriewelle der Gastgeber ab. Tiefensee rettete gegen stärker werdende Löwen in der Folge ein ums andere Mal die knappe Führung. Herausragend war seine Parade in der 15. Minute gegen Ex-Falke Ian Brady. Und sogar doppelt wertvoll: Denn im direkten Gegenzug gelang Noah Dunham das 3:1 (15.). Da sah Hertel unglücklich aus.

Mit einer soliden Zwei-Tore-Führung waren die Falken seit dem zweiten Spieltag in Ravensburg nicht mehr in eine erste Drittelpause gegangen. Beinahe wäre es im zweiten Spielabschnitt gleich zur nächsten Sensation gekommen. In Unterzahl jagte Julian Lautenschlager in Richtung Tölzer Tor. Doch der DEL2-Spieler des Monats konnte sich nicht zwischen Abspiel und Abschluss entscheiden - so war die Gelegenheit für das erste Falken-Unterzahltor der Saison dahin. Die erste Strafzeit gegen sich überstanden die Heilbronner aber schadlos.

Mit einem Doppelschlag binnen 27 Sekunden kommen die Gäste zurück

Zu Drittelbeginn erhöhten beide Seiten Tempo und Risiko, was zu einer Reihe guter Möglichkeiten führte. Ab der 30. Minute verflachte die Partie aber wieder. Bis 54 Sekunden vor dem Ende Kenney Morrison einfach mal den Puck von der blauen Linie Richtung Tor chippte. Dunham bekam den Schläger noch dran und es hieß 4:1 (40.). Es war der erste DEL2-Doppelpack für den 19-Jährigen.

Wer nun dachte, die Gastgeber würden die drei Punkte im Schlussdrittel entspannt nach Hause schaukeln, sah sich schnell getäuscht. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 27 Sekunden waren die Gäste wieder auf 3:4 dran. Erst übersah die Heilbronner Verteidigung Lubor Dibelka. Der Routinier wartete mit seinem Abschluss, bis Tiefensee flach auf dem Eis lag und verkürzte dann auf 2:4 (45.). Aus fast identischer Position kam im nächsten Angriff Nico Kolb frei zum Abschluss. Er wählte den Schuss ins obere Eck zum 3:4-Anschluss (46.).

Noah Dunham entwickelt sich an diesem Abend zum Experten für Gegenzüge

Die doppelte kalte Dusche schüttelten die Falken jedoch ganz gut ab, bestimmten in der Folge wieder die Partie. In der Schlussphase hatten sie dann das notwendige Spielglück. Schlager hatte vier Minuten vor dem Ende Tiefensee bereits verladen, traf aber das leere Tor nicht. Sehr zur Freude des neuen Falken-Gegenzug-Experten.

Dunham erzielte Sekunden später das 5:3 (56.). Logischerweise sein erster DEL2-Hattrick. Keine Minute später machte Goldhelm Jeremy Williams mit dem 6:3 den Deckel drauf (57.). Da wollte sich der Goldhelm McNeely auf der Gegenseite nicht lumpen lassen und steuerte noch das 4:6 (59.) bei. Den torreichen Abend beschloss Dibelka mit dem 5:6 kurz vor dem Ende.

Tor: Tiefensee, Mnich; Abwehr: Mapes - Morrison, Maschmeyer- Fern, Obu - Krenzlin. Angriff: Williams - Blackwater - Lautenschlager, Della Rovere - Lambacher - Kirsch, Thiel - Fabricius - Dunham, Volkmann.

Tore: 1:0 (5.) Kirsch, 2:0 (7.) Blackwater, 2:1 (8.) Schlager, 3:1 (15.) Dunham, 4:1 (40.) Dunham, 4:2 (45.) Dibelka, 4:3 (46.) Kolb, 5:3 (56.) Dunham, 6:3 (57.) Williams, 6:4 (59.) McNeely, 6:5 (60.) Dibelka.

Schiedsrichter: Marcus Brill, Marc André Naust.

Strafminuten: 2/6.

Zuschauer: 1068.