Lisa Loehnig und ihre SGSB-Teamkolleginnen mussten im Topspiel gegen Freiburg alles reinwerfen, belohnten sich aber am Ende für die kampfstarke Energieleistung mit dem neunten Sieg im neunten Spiel.

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Was für ein Showdown, was für ein Spitzenspiel, was für eine Spannung! Das Drittliga-Gipfeltreffen zwischen der SG Schozach-Bottwartal und der HSG Freiburg bot am Sonntagnachmittag alles, was Handball ausmacht. "Mit Happy End", wie Sina Klenk schmunzelnd betonte. Ihre SGSB brachte den favorisierten Breisgauerinnen mit 25:24 (12:11) tatsächlich die erste Saisonniederlage bei, während die Gastgeberinnen weiterhin mit blütenweißer Weste und 18:0 Punkten an der Tabellenspitze stehen. "Es war ein verdienter Sieg, auch wenn ein Unentschieden auch okay gewesen wäre. Wir haben aber fast das gesamte Spiel geführt", fasste SG-Trainer Hans Christensen das Geschehen nüchtern zusammen.

Gastgeberinnen als Blitzstarterinnen

Alles andere als nüchtern, sondern mit vollem Elan startete sein Team in die Partie. "Das ist ja sonst nicht so unser Ding, aber heute hat es geklappt", freute sich Klenk über einen phänomenalen 4:0-Start. Mit Hochgeschwindigkeits-Handball überrollte die SGSB die Freiburgerinnen in den ersten fünf Minuten regelrecht. Bereits in der achten Minute nahm der lautstarke HSG-Trainer Igor Bojic seine erste Auszeit. Danach fing sich sein Team nach und nach, brauchte aber bis zur 23. Minute, um zum 10:10 auszugleichen.

Beide Abwehrreihen gingen aggressiv zu Werke, 14 Zeitstrafen in 60 Minuten waren die Folge. Unfair ging es aber nicht zu.

Die Gastgeberinnen machten jedoch zu wenig aus ihren Überzahlgelegenheiten. "Vorne haben wir zu früh die Entscheidung gesucht und hinten haben wir es in Überzahl ganz schlecht verteidigt", fand Christensen einen Aspekt, an dem die nächste Woche gearbeitet werden soll.

Torhüterwechsel immer zum richtigen Zeitpunkt

Ein richtig glückliches Händchen bewies Torwart-Trainerin Tabea Heidecker. In der 24. Minute wechselte sie Jana Brausch ein, obwohl Rena Keller gut gespielt hatte. Im Eins-gegen-Eins gegen Simone Falk verhinderte die neue Keeperin den drohenden ersten Rückstand. Im zweiten Durchgang wechselte man zu einem ähnlich klugen Zeitpunkt wieder zurück. Mit 12:11 ging es in die Pause.

Zu Beginn der zweiten 30 Minuten hielt Brausch gleich mal einen Siebenmeter und die SG überstand eine doppelte Unterzahl nahezu schadlos. Gerade wieder vollzählig erzielte Isa Lara Hage das viel umjubelte 15:12 (35.). Doch die Drei-Tore-Führung brachte keine zusätzliche Sicherheit - im Gegenteil. Zwei einfache Ballverluste später, war die HSG wieder auf 14:15 dran (37.). Hätte Brausch nach dem dritten Ballverlust in Folge nicht phänomenal gehalten, die Freiburgerinnen hätten mit einem 3:0-Lauf umgehend ausgeglichen.

Klenk sieht zum ersten Mal die glatt Rote Karte

Das geschah jedoch wenige Minuten später zum 16:16 (41.). Kurz davor hatte Sina Klenk die glatt Rote Karte gesehen - eine sehr harte Entscheidung des Schiedsrichtergespanns. "Das war die erste glatt Rote Karte meine Karriere. Ich dachte, die diskutieren über eine Zwei-Minuten-Strafe", war Klenk über die Entscheidung ebenfalls erstaunt. Ohne die wichtige Abwehrstütze schien die Partie in der Folge zu kippen. Beim 19:18 (46.) waren die Gäste erstmals vorne und die SG zum zweiten Mal in doppelter Unterzahl. Doch immer wenn es kritisch wurde, spielten die Gastgeberinnen ihren besten Handball. Das Momentum kippte jetzt im Minutentakt. 20:19 (48.), 21:22 (55.), 24:23 (59.) - mehr Spannung ging kaum mehr. Christensen nahm beim Stand von 24:24 exakt 32 Sekunden vor Spielende eine taktisch kluge Auszeit. Die Kleinste auf dem Feld, Natascha Weber, übernahm die Verantwortung und traf mit einem phänomenalen Wurf zum 25:24. "Es war eben alles drin. Mit Happy End", freute sich Klenk.

SG Schozach-Bottwartal: Keller, Brausch (Tor) - Weber (2), Hanak (2), Müller (4), Kaufmann (2), Däuble, Hönig (6/3), Keil (2), Klenk (1/1), Hage (2), Räuchle, Maier (2), Loehnig (2).

Beste Schützin der HSG: Person (4).

Schiedsrichter: Nicolas Jaros, Felix Thrun.

Siebenmeter: SGSB 6/4; HSG 6/4.

Zeitstrafen: 5/9.

Disqualifikation: Rote Karte Klenk (SGSB/40.).