In Minute 51 im 51. Bundesligaspiel ist es passiert: Borna Sosa hat sein erstes Bundesligator geschossen.?????

Foto: dpa

Borna Sosa spricht viele Sprachen. Kroatisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, ein wenig Türkisch. "Als Nächstes möchte ich Italienisch lernen und danach Französisch. Mir macht das Sprachenlernen einfach Spaß", ist im aktuellen Stadionmagazin des VfB Stuttgart zu lesen. Auch die Körpersprache des 23 Jahre alten Außenverteidigers kann sich mittlerweile sehen lassen: In seiner Anfangszeit beim VfB spielte der junge Mann mit dem starken linken Flankenfuß schon mal einen Fehlpass und faltete danach mit Worten und Handbewegungen seine Nebenleute zusammen. Der junge Mann, der im Sommer 2018 nach Stuttgart kam, hat sich in jeglicher Hinsicht entwickelt.

Es läuft beim Dauer(b)renner auf der linken Außenbahn

Neun Torvorlagen gab Borna Sosa vergangene Saison, in der aktuellen Spielzeit sind es bisher drei - und in seinem 51. Bundesligaspiel glückte ihm erstmals selber ein Tor in der höchsten deutschen Spielklasse. Mit seinem 2:1 gegen den FSV Mainz 05 kamen drei wichtige Punkte auf das Konto des VfB, Sosa wurde als Mann des Spiels ausgezeichnet. Ein perfekter Abend. Es läuft beim Dauer(b)renner auf der linken Außenbahn. Auch in der kroatischen Nationalmannschaft: Vor zwei Wochen ebnete im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Russland seine Flanke kurz vor Schluss Kroatien den Weg zur WM - den Russen unterlief ein Eigentor. "Was für ein Happy End!", sagte Borna Sosa.

Der Schuss zum 2:1 war Absicht, kein Zufall

Und was für ein Happy End am Freitag: "Wir haben wie schon zuletzt in Dortmund gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können", sagte Sosa nach dem dritten Sieg in dieser Bundesligasaison. Er hatte in der 51. Minute mal nicht geflankt - Kopfballspezialist Sasa Kalajdzic fehlt ja immer noch verletzt -, sondern den Ball aus spitzem Winkel mit dreifacher Warpgeschwindigkeit in den Winkel gejagt. "Ich wollte den Ball einfach nur mit voller Wucht aufs Tor bringen", sagte Borna Sosa. "Wenn Sasa nicht da ist, muss halt ich die Tore machen." Humor hat er auch.

Dass ein anderer Torjäger beim VfB zurück ist, Silas Katompa Mvumpa wurde acht Monate nach seinem Kreuzbandriss eingewechselt, freut den Mann aus Zagreb, werde dem VfB helfen: "Wir werden nach den ganzen Verletzungen stark zurückkommen." Die Einwechslung seines Kollegen aus dem Kongo elektrisierte die offiziell 25 000 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena. "Das Stadion ist explodiert", fasste der sprachbegabte Sosa die Stimmung in Worte.

Das Ziel: Sosa soll häufiger zum Abschluss kommen

Trainer Pellegrino Matarazzo, der am Sonntag 44 Jahre alt wurde, überraschte es nicht, dass Sosa das entscheidende Tor schoss. Man rede schon länger mit Sosa über dieses Thema und trainiere es, "dass Borna den Laufweg sucht, um selbst aufs Tor zu schießen". Deshalb hatte er auch im Heimspiel zuvor gegen Arminia Bielefeld auf der rechten Seite gespielt: "Wir hatten das Gefühl, dass ich so besser zum Abschluss kommen könnte", so Sosa. Wenn ihn die Mannschaft auf rechts brauche, dann sei er da.

Bemerkenswert an einem für die VfB-Familie erfreulichen Abend war zudem, dass auch die 1:0-Führung (21. Minute) von einem Abwehrspieler erzielt wurde: Mit dem feinen Schlenzer von Innenverteidiger Hiroki Ito sind es nun acht von insgesamt 18 Liga-Toren - Ito und Sosa sind übrigens die VfB-Torschützen Nummer elf und zwölf. Braucht der VfB also keine Stürmer mehr? Pellegrino Matarazzo lachte und sagte: "Wer die Tore schießt, ist mir schnuppe, Hauptsache drei Punkte." Und Tore sowie Punkte sind die globale Sprache des Fußballs.