Nach 32 Jahren Claus Brechter wird nun die jüngere Generation auf den Chefsessel des Bürgermeisteramtes in Bad Wimpfen kommen. Vor der Wahl an diesem Sonntag stellten sich Andreas Zaffran aus Bad Mergentheim und Alexander Rist aus Billigheim am Mittwochabend beim Stimme-Bürgermeisterforum den Fragen der beiden Moderatoren Kirsi-Fee Rexin und Simon Gajer. Rund 325 Besucher verfolgten den kurzweiligen Abend in der Stauferhalle und konnten sich ein Meinungsbild machen.

Sven Schneider hatte seine Kandidatur zuvor aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Franziska Regge hatte ihre Teilnahme am Forum abgesagt, steht aber weiterhin auf dem Wahlzettel. Nicht eingeladen wurde Dauerkandidat Samuel Speitelsbach.

 

Baulücken schließen

Der 33-jährige Rist, Kämmerer in Billigheim, will angesichts der Wohnungsnot, die sich aufgrund der Lidl-Ansiedlung voraussichtlich noch zu verschärfen droht, innerörtliche Baulücken schließen. "Dazu müssen wir finanzielle Anreize schaffen." Ihm schweben auch neue Modelle wie etwa Tauschbörsen vor. Seine Idee: Ältere Hausbesitzer könnten dort ihre Immobilie gegen eine angemessene Wohnung tauschen. Außerdem schwebt ihm vor, Wohngenossenschaften auf den Weg zu bringen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

 

Schwierig für den Einzelhandel

Andreas Zaffran, stellvertretender Hauptamtsleiter in Bad Mergentheim, glaubt nicht, dass ein grundsätzlicher Konflikt mit Gastronomen und Fußgängern entsteht, wenn der Radschnellweg nach Heilbronn gebaut wird. Für den Einzelhandel würde es zwar schwieriger werden, doch man müsse eben darüber reden und diskutieren. Die Gastronomen würden von der Entwicklung profitieren. Alexander Rist zeigte sich beim Thema Mobilität zuversichtlich, dass auch die Wimpfener Bürger vom geplanten Lidl-Shuttle profitieren werden.

 

Beim Thema Verkehr machte Zaffran deutlich, dass die angespannte Situation höchste Priorität hat: "Das Problem werde ich sofort angehen. Es geht darum, neue Wege zu suchen, und zu evaluieren." Er werde das Thema nicht vor sich herschieben, sondern Gespräche mit Landratsamt und den Nachbarkommunen führen. Alexander Rist erklärte, dass das Verkehrsproblem langfristig entstanden sei und man Stellschrauben suchen müsse, um Lösungen zu finden. "Wer mich kennt, weiß, dass ich hartnäckig bin. Ich werde bei den übergeordneten Behörden anklopfen."

Eine ausführliche Berichterstattung mit Analyse folgt am Donnerstag auf stimme.de.