Die beiden bekanntesten amerikanischen Fast-Food-Ketten denken immer wieder darüber nach, in Eppingen ein Restaurant zu eröffnen.

Foto: Franz Theuer

Benötigt Eppingen ein Fast-Food-Restaurant einer der großen Burger-Ketten? Diese Frage kocht in der Fachwerkstadt regelmäßig hoch. Fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren wurden erstmals Pläne von McDonald's publik, dass man den Standort Eppingen prüfe. Die Reaktionen fielen damals geteilt aus. Während sich vor allem junge Menschen über das Ansinnen freuten, sahen einige Gastronomen die drohende Konkurrenz nicht gerne und befürchteten Umsatzeinbußen.

Andere wiederum reagierten eher gelassen und machten deutlich, dass sich die Angebote an verschiedene Kundengruppen richteten. Die Pläne der amerikanischen Fast-Food-Kette zerschlugen sich jedoch 2009 und es kehrte wieder Ruhe in der Gastroszene der Fachwerkstadt ein.

Allerdings nur für rund zweieinhalb Jahre. 2012 kündigte McDonald's erneut an, den Standort zu prüfen. Wie knapp drei Jahre zuvor, war ein Standort an der B293 nahe der Abfahrt Eppingen-West im Gespräch.

Thema im Wahlkampf

Wie gerne vor allem Jugendliche ein Fast-Food-Restaurant hätten, zeigte sich im selben Jahr auch im OB-Wahlkampf. Viele Jugendliche hatten Oberbürgermeister Klaus Holaschke während seiner Wahlkampftour gefragt, wann es denn endlich mit Burger, Pommes und Nuggets soweit sei. "Solche Wünsche gibt es immer wieder", bestätigt Holaschke der Kraichgau Stimme, "Fast Food, Freibad, das sind Wünsche, die immer wieder an mich herangetragen werden". Doch erneut verliefen die Überlegungen im Nichts, nachdem der Interessent "einen Schwenk in Richtung Brackenheim" gemacht hatte, so Holaschke.

OB Klaus Holaschke: "Ich kann den Namen weder bestätigen noch dementieren"

Dann war es viele Jahr lang still. Bis jetzt ein Post in einem sozialen Netzwerk wieder aufhorchen ließ. Ob es zutreffe, dass eine bekannte Fast-Food-Kette den Standort Eppingen prüfe?, wurde in einer Eppinger-Gruppe gefragt. Die Rede ist dieses Mal von Burger King. "Ich kann den Namen weder bestätigen noch dementieren", erklärt OB Klaus Holaschke auf Nachfrage. Anfragen gebe es immer wieder, die Stadt nehme diese ernst und prüfe sie.

Holaschke macht aber auch deutlich: "Aus unserer Sicht kommt nur ein Standort in der Weststadt in der Nähe der Bundesstraße in Frage." Die dortigen Erdarbeiten, das betont Holaschke, "haben aber nichts mit der möglichen Ansiedelung eines Fast-Food-Restaurants zu tun". Hier handele es sich um Arbeiten, die das Landesamt für Denkmalpflege durchführe. Holaschke: "Wir planen, dieses Areal zukünftig zu entwickeln. Deshalb müssen zunächst archäologische Grabungen durchgeführt werden."

Eppingen habe Lage und Größe, um als Standort interessant zu sein

Ob jetzt auch wieder die Bedenken der Gastronomen Fahrt aufnehmen? Holaschke beschwichtigt: "Ein Fast-Food-Restaurant in der Weststadt an der B293 sehe ich nicht als Konkurrenz zur Innenstadt. Wer gut ist, braucht die vermeintliche Konkurrenz nicht zu fürchten." Der Oberbürgermeister hält ein Fast-Food-Restaurant in der Peripherie durchaus für denkbar, zumal "täglich etwa 20.000 Fahrzeuge Eppingen auf der Bundesstraße passieren". Eppingen habe eine gewisse Lage und Größe, um als Standort für eine Fast-Food-Kette interessant zu sein.

Doch ist in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Regionalität beim Essen eine immer größere Rolle spielen, Fast Food überhaupt noch zeitgemäß? Oberbürgermeister Holaschke bejaht das. "Nachhaltigkeit und Regionalität schreibt sich heute jedes Unternehmen auf die Fahnen und ich habe gelesen, dass es beim jetzigen Interessenten beispielsweise kein Plastikspielzeug mehr gibt."