Willi Steinle beobachtet, wie Marie Popp (9) ihrem König ein buntes Kleid verpasst. Das Design des Wikingerschachspiels war jeder Familie bei diesem Kurs selbst überlassen.

Foto: Stefanie Pfäffle

Marius Löding ist hoch motiviert. "Wollen Sie auch basteln? Ich kann Ihnen zeigen, wie es geht", verspricht der Siebenjährige. Nun, das möchte die Reporterin zwar nicht, hat aber stattdessen ein paar Fragen, die der junge Leingartener gern beantwortet. "Schreiben Sie auch, dass Mama immer sagt, ich soll die Sachen hinlegen zum Malen", fordert er. Die Sachen, das sind die vielen Einzelteile, die zum Wikingerschach gehören. Vier Vater/Mutter-Kind-Paare bauen sich am Samstag beim XXL-Lesersommer ihre eigene Version des Freiluftspiels in der Halle des Druckhauses der Heilbronner Stimme.

Wikingerschach besteht aus zehn Holzklötzchen, einem etwas größeren König, sechs Begrenzungsstäben und sechs Wurfstäben. Ziel ist es, zunächst die in einer Reihe aufgestellten Klötzchen des Gegners mit den Wurfstäben umzuwerfen. Wenn das geschafft ist, ist der König in der Spielfeldmitte dran.

Zunächst ging es ans Absägen der Stäbe und Klötzchen in der richtigen Länge von vorgefertigten Stangen. "Danach musste man alles mit dem Schleifpapier abschrubbeln, das hat sicher eine Stunde gedauert", erzählt Marius, während er die Wurfstäbe in schwarz lackiert. Eigentlich war der Plan, dass er heute mit seinem Opa bastelt, aber weil der arbeiten musste, ist Mama Stefanie eingesprungen. "Papa und meine Brüder werden begeistert sein."

Während Löbings sich für das Super-Mario-Design entschieden haben, mag es das Vater-Tochter Gespann Marie (9) und Martin Popp bunt. "Marie ist für die künstlerische Ausführung zuständig", erklärt der Heilbronner. Die findet, alle Einzelteile sollen verschieden aussehen. Die Popps haben sogar schon ein Wikingerschach im Wohnwagen, aber für daheim kann man auch noch eins brauchen. "Außerdem ist es eine schöne Beschäftigung für uns und Marie hat Spaß", findet der Papa. Die hilft ihrem Vater ganz gern mal beim Bauen, der heimische Hasenstall ist auch ein Gemeinschaftswerk.

Steffen Gundel und Tochter Marlene (11) würden ganz gern öfter miteinander basteln, aber bei mehreren Geschwistern ist das gar nicht so einfach. "Um so schöner ist es jetzt, heute den Rücken frei und Abstand von zu Hause zu haben, um das zusammen machen zu können", findet der Heilbronner. Beim Sägen haben sie sich noch abgewechselt, jetzt ist Marlene fürs Abkleben und Streichen der Klötzchen zuständig, während er den König glatt schmirgelt. "Die Wurfteile machen wir dann zusammen."

Am vierten Tisch stehen Benjamin (15) und Willi Steinle aus Weinsberg und kleben ab, mit Winkel, Meterstab und allem Drum und Dran. "Wenn wir was machen, dann auch genau, deswegen sind wir wohl auch langsamer als die anderen", stellt Benjamin lachend fest. So häufig werkeln sie gar nicht zusammen, auch wenn Papa viel erledigt, aber der Junior ist mit den Schulprojekten in NWT – ein komplettes Windrad ist das Jahresprojekt – vollauf beschäftigt und dann noch Handball jedes Wochenende. "Aber als ich dieses Angebot gesehen habe, dachte ich, ich überrasche meinen Sohn damit", erzählt Willi Steinle.