Beim Meet & Greet zeigen die Musiker zeigen ihre Instrumente: Hans Georg Fischer, Stefan Schubert und Johannes Hehrmann (von links).

Foto: Linda Saxena

Den milden Sommerabend genießend sitzen Stimme-Leser Bettina und Manfred Hüttner aus Weinsberg auf der Außenterrasse des Restaurants Herzogskelter in Güglingen. Nicht weit entfernt, auf der Bühne im Deutschen Hof, gibt das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) bei einer letzten Anspielprobe einen kleinen Vorgeschmack auf das anschließende Open-Air-Konzert. "Das hört sich schon mal gut an", ist sich das Ehepaar Hüttner einig.

Auch die Stimme-Leser Renate Schnaufer und Josef Stefan blicken dem Konzert mit Freude entgegen. Am Samstag erleben die vier als Teil des Lesersommers XXL einen Genussabend mit musikalischer Note: Nach einem gemütlichen Essen mit schwäbischen Spezialitäten in der Herzogskelter folgt der Besuch des Open-Air-Konzerts des WKOs beim Kultur-Juli 2021 der Stadt Güglingen. Und dabei gibt es neben dem 75. Bestehen der Heilbronner Stimme noch zwei weitere Jubiläen: Das WKO feiert 60. Bestehen, das Kulturprogramm der Stadt Güglingen gibt es nun seit 40 Jahren.

In all den Jahren sei das Orchester "eine Konstante im Kulturprogramm der Stadt", sagt Güglingens Bürgermeister Ulrich Heckmann. Über das Zusammentreffen der Jubiläen zeigt sich auch WKO-Intendant Rainer Neumann begeistert. "Das kann man schön verbinden und sich gegenseitig unterstützen", sagt er. Und so lauschen 130 Besucherinnen und Besucher beim ausverkauften Konzertabend einem "Best-of" des Kammerorchesters.

Augenblicklich zieht die Klangpracht des eingespielten Orchesters das Publikum in den Bann. Den Auftakt bildet John Irelands "A Downland-Suite", gefolgt von Giuseppe Tartinis "Concerto D-Dur". Hierbei kann sowohl das feine Zusammenspiel des Kammerorchesters wie auch der 20-jährige Solist Tobias Krieger an der Trompete überzeugen. "Die können zaubern", ist Renate Schnaufer in der Pause baff und staunt "über die weichen Töne der Trompete."

Auch Manfred Hüttner ist wie das gesamte Publikum begeistert vom jungen Trompeter, welcher mit Alan Hovhaness "Haroutiun für Trompete und Streichorchester op.71" ein zweites Mal inmitten des WKO-Ensembles harmonisch sein Können unter Beweis stellt. Der Abend endet fulminant mit der Streicherserenade von Tschaikowsky - das Programm ist ein gelungener Mix aus Moderne und Klassik.

Beim anschließenden Meet & Greet mit drei Musikern des WKOs bekommen die Stimme-Leser einen Einblick in den Berufsalltag der Orchestermusiker. Wie es den Musikern in der Corona-bedingten Zwangspause erging? "Statt Konzerte zu spielen, wurden eben CDs aufgenommen", berichtet Bratschist Hans Georg Fischer. Nun ist das Kammerorchester seit einigen Wochen wieder zu Auftritten unterwegs.

"Wir Zuschauer können uns während des Abends fallen lassen, doch wie anstrengend ist ein Konzert für die Musiker?" will Renate Schnaufer wissen. Man müsse konzentriert sein und sei "körperlich gefordert", erläutert Orchestermusiker Stefan Schubert.

Interessiert folgen die Leser den Ausführungen und bestaunen die Instrumente der Musiker. So erklärt Geiger Johannes Hehrmann den Lesern, welche besonderen Merkmale eine Geige aufweisen kann. Außerdem bestehe der Bogen zum Streichen aus Pferdehaar, ergänzt Stefan Schubert. Mit diesem informativen Input endet für die Leser ein kulinarischer und musikalischer Abend. "Zu Konzerten des WKOs gehe ich immer gerne, auch in Zukunft", verrät Renate Schnaufer.