Werner Hoffmann verschenkt Möhren und sammelt Spenden.

Foto: Andreas Veigel

Die Natur meinte es in diesem Jahr besonders gut mit dem Frankenbacher Landwirt Werner Hoffmann: Das feuchte Wetter ließ die Karotten auf seinen Feldern wachsen wie selten zuvor. Gab es beispielsweise im vergangenen Jahr noch einen Ertrag von 20 Tonnen je Hektar, sind es jetzt voraussichtlich mehr als 100 Tonnen.

Der monströse Karottenvollernter hat seit Erntebeginn vor wenigen Wochen somit jede Menge Arbeit. Die Liefermengen an die Saft- und Püreehersteller sind bei weitem erfüllt.

Im schlimmsten Fall werden die Früchte untergepflügt

Doch was passiert mit den Karotten, die nicht abgenommen werden? 30 Tonnen des gesunden Wurzelgemüses lagern derzeit bereits auf einem Acker neben dem Aussiedlerhof. Diesen Gelbrüben droht wie noch vielen weiteren das Los, über kurz oder lang untergepflügt zu werden: "Da blutet einem Landwirt doch das Herz."

Karotten für eine kleine Spende

Bei diesem Gedanken kam Werner Hoffmann die Idee: Er verschenkt die Karotten. "Jeder, der möchte, kann sich gegen eine Spende so viele Karotten bei mir abholen wie er will. Das Geld leite ich dann in vollem Umfang der Stiftung Große Hilfe für kleine Helden weiter." Ein entsprechendes Schild ist schon aufgestellt, eine Box montiert.

Damit die Abholer keine schmutzigen Schuhe bekommen, baute Hoffmann auf seinem Aussiedlerhof an der Bamberger Straße 99 in Frankenbach kurzerhand eine kleine Lagerstätte für die Karotten der Sorte Bastia, die besonders süß und saftig sind. Dass die Früchte zum Teil noch mit Erde behaftet sind, hat nach den Worten des Landwirts einen Grund: "Die Erde schützt vor Kälte." Das Gemüse ist bis Februar haltbar und kann bis dahin auch abgeholt werden.

Landwirt ist auf die Resonanz gespannt

Dass die Bürger nun von seinem Angebot, die Karotten abzuholen, Gebrauch machen, das hofft Werner Hoffmann inständig: "Es wäre eine Sünde, die Früchte verkommen zu lassen." Allerdings klingt in den folgenden Worten auch Skepsis mit als er sagt: "Wer weiß, ob die Menschen in der heutigen Zeit des Überflusses überhaupt Interesse haben."