Corinna Seyboth schreibt unter dem Pseudonym Corinna Carter und arbeitet als Lehrerin in Neckarsulm.

Foto: Andreas Veigel

Corinna Seyboth möchte mit einigen Vorurteilen aufräumen. "Viele Menschen und auch die meisten Buchhändler sind der Auffassung, dass Self-Publisher unprofessionell sind", sagt die Autorin aus Heilbronn. "Das kann man aber nicht verallgemeinern. Viele Autoren, darunter auch ich, suchen sich ein Lektorat und lassen das Cover professionell designen. Da steckt eine Menge Arbeit dahinter", sagt die 37-Jährige, die ihren jetzt erschienenen Debütroman "Der Omaturikrieger" auch im Eigenverlag veröffentlicht hat.

Seyboth, die in Heidelberg Englisch und Biologie studiert hat und inzwischen als Lehrerin am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm arbeitet, schätzt die Freiheit, alle Fäden selbst in der Hand zu haben. Erschienen ist ihr Fantasyroman unter dem Namen Corinna Carter. "Ich wollte ein internationales Pseudonym und meine Autorentätigkeit damit auch abgrenzen von meinem Lehrerberuf ", sagt Seyboth.

Die Frauen sollen im Buch stark und gleichberechtigt sein

Ihr Buch spielt in einer fantastischen Welt und hat mit Erik einen männlichen Protagonisten. Der lebt in einer Diktatur und hat den Anschlag des Geheimdiensts der Regierung nur knapp überstanden. Er flieht in die Wildnis des Tösewalds. Dort trifft er auf eine Rebellengruppe, die Omaturikrieger, denen er sich mit dem Ziel anschließt, den tyrannischen Herrscher zu stürzen. Der Wald ist voller Geheimnisse, und im Laufe der Zeit entdeckt Erik auch sein magisches Erbe, von dem er vorher nichts wusste. Im Kampf um den Thron nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Buchtipp

Corinna Carter: Der Omaturikrieger, 462 Seiten, 13,90 Euro, als Paperback und Ebook erhältlich bei Amazon.

"Ich wollte kein Mittelalter-Setting, in dem die Frau eine untergeordnete Rolle spielt. In meinem Buch sind die Frauen stark und gleichberechtigt." Generell sieht Seyboth, dass sich Diversität in Fantasy-Neuerscheinungen immer mehr widerspiegelt. "Da hat sich viel getan", sagt die zweifache Mutter, die mit ihrem Buch Menschen ermutigen möchte, für sich selbst und für Gerechtigkeit einzustehen. "Gerade Jugendliche richten sich oft nach ihrem Umfeld aus, nach der Erwartungshaltung von Gesellschaft, Freunden, Eltern und Familie. Man sollte sich aber hinterfragen, welchen Weg man gehen möchte und was man selbst will, unabhängig davon, was sich andere für einen vorstellen." Ihren Roman sieht Seyboth für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet, trotzdem ist ihr Debüt nicht nur für jüngere Leser gedacht.

Im kommenden Jahr soll der zweite Teil des Werks erscheinen

Apropos Jugend: Im Alter von 16 Jahren wagt Corinna Seyboth die ersten Versuche als Autorin und versucht sich an einem Krimi. "Ich habe das damals voll gegen die Wand gefahren. Nach 150 Seiten habe ich abgebrochen", sagt die gebürtige Heilbronnerin, die, wie sie sagt, noch "einige Manuskripte in der Schublade" hat. Inspiration und Wissen holt sie sich nach dem "Fehlversuch" mit Schreibratgebern und in Textkritik-Foren im Internet. "Es hat sich dann stetig weiterentwickelt", sagt Seyboth, die eines der Schubladen-Manuskripte dann während ihrer Elternzeit neu überarbeitet und jetzt als ihr Debüt veröffentlicht hat.

Die Liebe zum Fantasy-Genre kam bei Corinna Seyboth erst spät. "Man hat eine große Freiheit. Die erdachten Welten müssen zwar logisch aufgebaut sein, trotzdem kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen." Im eigenen Fantasieuniversum den Überblick behalten? Nicht immer einfach, sagt die Hobby-Autorin. "Welche Festtage und Religionen gibt es, woran glauben die Menschen, was sind Sitten und Gebräuche?"

"Der Omaturikrieger" soll erst der Anfang sein. Seyboth hat ihre Geschichte als Dilogie angelegt, der zweite Teil des Werks soll 2022 erscheinen. Doch auch einen Krimi oder einen Roman für junge Erwachsene (New Adult) kann sie sich für die Zukunft vorstellen.